Torf-Unterbett - ein Erfahrungsbericht

Angeregt durch die oft gehörte Aussage, "Torf-Bettwaren sind nur für den Winter geeignet", war unsere Neugier geweckt und wir entschlossen uns im Jahr 2009 ein Torf-Unterbett zu testen.

Entgegen aller Erwartungen war allerdings schon die Beschaffung eines Unterbetts mit hohem Torfanteil schwierig.
Schließlich wurden wir bei der Firma "Kleiner Naturbetten" doch noch fündig. Diese Firma stellt Torf-Unterbetten mit bis zu 60% Torf-Anteil her. Wir entschieden uns für ein Unterbett aus 50% Torf und 50% Wolle.

Es war gut, daß uns der Hersteller schon darauf hingewiesen hatte - das Torf-Unterbett roch tatsächlich nach dem Auspacken intensiv nach Torf. Torf-Unterbett mit Gummibändern auf der Matratze fixiert
Nach gründlichem Lüften (vom Hersteller empfohlen) war die Geruchs-Intensität einem leichten Woll-, Torf-Duft gewichen und das Unterbett wurde mit den am Unterbett angenähten Gummibändern auf die Matratze gespannt.

Obwohl noch ungewohnt war die erste Nacht auf dem Torfbett sehr angenehm. Die Körperwärme - und darum ging es ja primär bei diesem Test - staute sich nicht so unangenehm unter dem Körper wie wir es von der Schaum-Matratze aber auch von einem reinen Woll-Unterbett kannten.
Was jedoch besonders überraschte war ein eigenartiges Gefühl von Vertrautheit. Diese Empfindung verfestigte sich in den folgenden Nächten und Monaten auf dem Torf-Bett.

Lange hatten wir über die Ursache dieser Wahrnehmung gerätselt. Bis uns zufällig das Buch "Niemand riecht so gut wie du" von dem Geruchsforscher Hans Hatt und der Journalistin Regine Dee in die Hände kam. Demzufolge hat das Max-Planck-Institut in einer wissenschaftlichen Umfrage festgestellt:
Wir Deutschen lieben besonders den Geruch von Holz, Gras, Erde..... etc.

Torf-Woll-Vlies aus 50 % Torf und 50 % SchawolleSei es nun der Geruch nach Erde oder Torf, oder die Kausalität der gefühlten Vertrautheit liegt überhaupt außerhalb von Nachvollziehbarem.
Fakt ist, daß wir (insgesamt 3 Probanden) uns auf einem Torfunterbett sehr wohl fühlten. Dieses wunderbare Gefühl von Vertrautheit nicht missen möchten und daher Sommer wie Winter auf dem Torf-Unterbett bestens schliefen. Das Gefühl welches das Torfunterbett erweckt ist so nachhaltig, daß man - wir haben es mehrfach versucht - ohne Torf kaum mehr schlafen mag.



Fazit:
Das Unterbett aus 50% Torf und 50% Wolle ist aus unserer Erfahrung für jede Jahreszeit geeignet.
Beim Gebrauch kommt jedoch die geringe Haltbarkeit der Torffasern zur Geltung. Nach ca. 2 Jahren Gebrauch findet man durch den Abbrieb der Torffasern einen "torfigen Schleier" unter dem Unterbett. Dieses Torfmehl läßt sich weitgehend durch absaugen entfernen.
Wir betrachteten das Torfbett jedoch als "therapeutisches Bett" und nahmen daher diesen Mangel hin.
Bei trockenem Wetter empfiehlt sich übrigens das intensive Ausschütteln und Lüften der Torf-Unterbetten (auch aller anderer Bettwaren).

Nach gut 5 Jahren dauerhafter Nutzung befand sich mehr und mehr Torfmehl unter dem Unterbett. Daraus schlossen wir, dass die Torffasern verbraucht waren und haben das Unterbett - schweren Herzens - im Kompost entsorgt. Wärend der Nutzung wurde das Torf-Unterbett 2 mal in unserem Betrieb gewaschen.

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