Waldwolle

ist eine wollähnliche Faser die aus den Nadeln von Fichte und Kiefer gewonnen wird. Hierzu werden die Nadeln gekocht, gedämpft und schließlich mechanisch zerkleinert.

Waldwolle wurde einst als Polstermaterial in Matratzen verwendet, aber auch zu Garn versponnen aus dem ein Waldwolle, Fichtennadeloel Werbe-Marke der Firma Lairitz, RemdaGesundheitsflanell gegen Gicht und Rheuma gefertigt wurde.

Ein Zitat aus "Kräutersegen(1)": »Waldwolle, aus der man weiche und warme Gesundheitsflanelle macht, die besonders denjenigen höchst zuträglich werden, die an Gicht  und Rheumatismus leiden«.

Als Nebenprodukt der Herstellung von Waldwolle entstand der Fichtennadel-Extrakt , Waldwoll-Extrakt, Waldwollöl oder auch Fichtennadelöl.

Bild rechts: Reklamemarke wie sie um 1900 weit verbreitet waren. Solche Reklamemarken enstanden in Anlehnung an die von Behörden, Kommunen, Firmen aber auch Privatpersonen ab ca. 1850 verwendeten Siegel und Siegelmarken. Siegel- und Werbe- Marken waren damals eine begehrtes Sammel-Objekt und wir sind heute froh, dadurch auf Vergangenes zurückgreifen zu können. Es gab damals spezielle Sammlerzeitungen und im KdW (Kaufhaus des Westens) fand 1913 eine Ausstellung solcher Marken statt.

Der Ursprung der Waldwoll- und Waldwollöl-Produktion liegt in Oberschlesien. Jedoch erst durch die Firma Lairitz in Remda (Thüringen) gelang der Durchbruch und der Erfolg der Fichten-,  Kiefern- und Waldwoll-Produkte.
Heute ist Fichtennadel-Extrakt ein Klassiger der Wellness-Produkte.

Waldwolle wird nach unserer Kenntnis heute nicht mehr produziert.

Betten und Bettwaren aus oder mit Zirbelkiefer, Arve, Föhre, Kiefer, Tanne erfüllen einen ähnlichen Zweck wie die Waldwolle.

 

 (1) Kräutersegen von E. M. Zimmerer
Donauwörth 1902, Druck und Verlag der Buchhandlung Ludwig Auer

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