Die Weide - auch Felbenbaum

Salix alba, Salix purpurea, Salix fragilis und andere

Mythologie der Weide:

Die weiße Weide - Salix alba, galt im Altertum als Symbol der Keuschheit. Bei den Thesmophorien (griechische Frauenfeste) streuten einst die Frauen unfruchtbare männliche Weidenzweige auf ihr Nachtlager.  
Bei den Kelten galt die bei jeder Witterung austreibende Weidenrute, als Lebenszeichen für das Wiedererwachen der Natur.
Die Germanen sahen jedoch in der Weide das Sinnbild des Todes, des Schattenreichs und der Unterwelt.
Die Weide galt als Zufluchstätte von Gespenstern und diese sollten sich gar, um einer Verfolgung zu entgehen, in einen Weidenbaum verwandelt haben.
So war das Zepter der Hexenkönigin aus einer Weidenrute gefertigt und Zauberinnen, die mit einer Weidengerte den Morgentau abstreiften, erzielten dadurch in der folgenden Nacht einen verheerenden Frost.
Die christliche Tradition feiert den Sieg des Lebens über den Tod symbolisch mit dem Osterfest und verwendet dazu die Blüten der Weide (Palmkätzchen).

Die Weide in der traditionellen Volksheilkunde:

Der Saft der Weidenrinde wurde bereits von den Assyrern als Schmerzmittel verwendet. Auch Hippokrates beschrieb die heilende Wirkung und Hildegard von Bingen vertraute ebenfalls auf die Kraft der Weide.
Verwendet wird die ca 8 % Salizin enthaltende Rinde der 2 bis 3 jährigen Weide.  Als Aufguß, Tee oder Pulver zubereitet wird die Weide empfohlen bei: Wechselfieber, Durchfällen, Blutbrechen, Mandelanschwellungen entzündetem Zahnfleisch, Gliederreißen, Rheuma, in der Rekonvaleszenz als Fußbäder und vielem mehr.

Neben der bekannten, klassischen, Schmerz lindernden, entzündungshemmenden Wirkung der Weidenrinde, wird die Weidenrinde auch als anerkanntes homöopathisches Extrakt bei Kopfschmerzen, chronischen Schmerzen, Migräne sowie bei Rheuma und Gicht  angewendet.
Ihre belebende Energie und ständig neu sprießende Lebenskraft ist keine rein mystische Deutung. In der Bachblüten-Therapie findet sie ihre Anwendung (Salix vitellina) und im vergangenen Jahrhundert gelang durch die synthetische Herstellung des Hauptwirkstoffes der Weidenrinde, Salicylsäure der Siegeszug auch in der klassischen Medizin (Aspirin - geschützte Marke der Firma Bayer).
Doch vermutet man heute, daß die natürliche Kombination der gesamten Inhaltsstoffe der Weidenrinde, gesundheitlich wirkungsvoller ist.
Die Inhaltsstoffe sind Salicylalkoholderivate sowie: Fragilin, Flavonoide, Gerbstoffe, Populin, Tremulacyn, Salicin, Salicortin.
Aufgrund der in der Volksmedizin bekannten Wirkung der Weide sind mit Weidenrinde angereicherte Matratzen auf dem Markt.

Quellen:

Meyers Konversations-Lexikon 1909
Chrut und Uchrut, Volksschriften-Verlag Th. Mazurczak, Weinfelden (Schweiz) um ca. 1910
Das Buch der Gesundheit 1000 Hausmittel. Verlag von Fried. Wilhelm Hofmann, Lindenau bei Schneeberg/Leibzig ca, 1900
E. M. Zimmer, Druck und Verlags-Buchhandlung Auer, Ludwig Auer / Cassianeum 1902
Kurt Allgaier "Die besseren Pillen",  Goldmann Verlag:  ISBN 3-442-16677-2
Pschyrembel®  Naturheilkunde  ISBN-10: 3-11-018524-5  I  SBN-13: 9783110185249

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